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Bandscheibenvorfall: Alle Infos über Bandscheiben und Rückengesundheit

Der Bandscheibenvorfall ist zur Volkskrankheit geworden. In den letzten Jahren gab es einen steten Anstieg von Bandscheibenvorfällen, die unter anderem durch die verstärkte Sitzarbeit verursacht sein könnten. Der Dienstleistungssektor, und somit Sitzarbeit im Büro, ist der größte in Österreich, der Schweiz und in Deutschland. Jeder, der selbst viel sitzt, und eine Vielzahl an Studien können belegen, dass zu viel Sitzen dem Körper schadet und zu Unwohlsein, Müdigkeit und sogar ernsthaften Rückenproblemen führen kann – unter anderem zu einem erhöhten Risiko für einen Bandscheibenvorfall. Doch was genau bedeutet das eigentlich? Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall und wie gefährlich ist er?

 

Welche Fragen wir dir in diesem Blogartikel beantworten:

 

 

Definition, Gründe und Ursachen des Bandscheibenvorfalls

 

Was sind Bandscheiben?

Einen Bandscheibenvorfall kann man erst dann wirklich verstehen, wenn man sich die Anatomie des Körpers im Detail ansieht. Wenn wir von Bandscheiben sprechen, befinden wir uns im Bereich der Wirbelsäule. Die Wirbelsäule besteht aus

 

  • sieben Halswirbeln (Halswirbelsäule)
  • zwölf Brustwirbeln (Brustwirbelsäule)
  • fünf Lendenwirbeln (Lendenwirbelsäule)
  • und dem Kreuz- und Steißbein.

Bis auf die ersten beiden Halswirbel gibt es zwischen allen Wirbelkörpern Bandscheiben, die als Verbindungsglieder und Stoßdämpfer dienen. Die Bandscheiben bestehen aus zwei Teilen:

– einem äußeren Knorpelfaserring, dem sog. Anulus fibrosus
– und einem Kern, dem sog. Nucleus pulposus.

wirbelsäule aus drei perspektiven
Die gesunde Wirbelsäule von vorne, von hinten und von der Seite.

Der äußere Ring hat eine komplexe Zusammensetzung aus Bindegewebe und Faserknorpeln. Er hält den Kern bei guter Gesundheit gut geschützt in seinem Inneren und heftet sich am Rand der Wirbelkörper (Knochen) an. Was hierbei wichtig zu wissen ist, und im Endeffekt auch die Rückenschmerzen und Beschwerden auslöst, ist die nahe Lage der Bandscheiben am Wirbelkanal. Durch den Wirbelkanal zieht sich das Rückenmark, was eine Vielzahl von Nervenwurzeln in diesem Bereich bedeutet, die dann die Schmerzen verursachen können.

 Der Kern besteht zum Großteil aus Wasser, was ihm eine gel-artige Konsistenz verleiht. Durch seine einzigartige Zusammensetzung kann Wasser im Bandscheibenkern sowohl gebunden als auch entlassen werden. Der Kern ist somit zwar verformbar, aber nicht kompressibel (zusammen- oder ausdrückbar).

 

Die Bandscheiben gehören zu einer speziellen Art Gewebe. Was dieses Gewebe auszeichnet, ist, dass es nicht wie viele andere Teile des Körpers über den Blutkreislauf versorgt wird, sondern durch ein ständiges Austauschen von Flüssigkeit über seine Membranen (Zellwände). Dafür muss immer wieder eine Art ‘Zugang’ geschaffen und dann wieder verschlossen werden. Das funktioniert im Körper durch Be- und Entlastung der Bandscheiben. Werden die Bandscheiben also niemals entlastet, können sie nicht versorgt werden. Sie sind auf wechselnde Druckbelastung angewiesen.

austretende flüssigkeit aus der bandscheibe auf der wirbelsäule
Die Flüssigkeit des Bandscheibenkerns kann austreten und so zu starken Schmerzen führen.

Wenn der Kern nun aber unter ständiger Belastung steht, verliert er an Flüssigkeit. Der Mensch kann dadurch bis zu 2 cm Körperhöhe temporär verlieren, bis der Kern wieder entlastet wird, und die Flüssigkeit wieder zurückkehren kann. Die Be- und Entlastung der Bandscheibe ist notwendig, um Stoffwechsel im Bandscheibenkern zu gewährleisten. Daher kommt auch die simpelste und wichtigste Regel zu guter Rückengesundheit und einem Leben ohne Rückenbeschwerden: Bewegung und Sport sind notwendig für das körperliche Wohlergehen!

 

Wo befinden sich die Bandscheiben und welche Funktion haben sie?

Die Bandscheiben sind zwischen den einzelnen Wirbeln der Wirbelsäule, bis auf den ersten und zweiten Halswirbel, beheimatet. Dort agieren sie als Stoßdämpfer für unsere Bewegungen, da die Wirbel sonst einfach aneinander reiben würden. Sie sind maßgeblich mit dafür verantwortlich, dass wir Menschen uns so gut bewegen können.

 

Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall?

Nicht alle Verletzungen der Bandscheibe sind auch gleich echte Bandscheibenvorfälle (Diskusprolapse). Es gibt auch mildere Formen der Bandscheibenverletzung, wie etwa Bandscheibenvorwölbungen. Sehen wir uns das genauer an.

 

Frau von hinten deren Wirbelsäule man erkennen kann
Bandscheibenvorfälle können von leichten bis zu unerträglichen Schmerzen führen.

Bei einem ‘echten’ Bandscheibenvorfall, einem sogenannten Diskusprolaps, bricht der innere Kern der Bandscheibe auf. Die gelartige Flüssigkeit durchdringt dann den Faserknorpelring, der komplett aufreißt, und die Flüssigkeit drückt auf die umliegenden Nerven im Wirbelkanal. Dieser Druck auf die Nerven wird von den Betroffenen dann als Schmerz empfunden – von extrem stark oder lähmend bis hin zu leichten Beschwerden. Das hängt ganz davon ab, wie viel Flüssigkeit ausgetreten ist und wie stark auf welche Nerven gedrückt wird. Die meisten Bandscheibenvorfälle passieren in der Lendenwirbelsäule, da hier der größte Druck auf die Wirbelsäule gegeben ist. Auch in der Halswirbelsäule kommen sie vor. Bandscheibenvorfälle im Brustwirbelbereich sind äußerst selten.

Bei einer sogenannten Bandscheibenvorwölbung, bzw. Bandscheibenprotrusion, bricht der Kern nicht nach außen durch. Der Faserknorpelring wölbt sich nach außen, ohne zu reißen. Dennoch drückt der vorgewölbte Ring auf die umliegenden Nerven, und auch das kann sehr schmerzhaft sein.

 

Warum kommt es zu einem Bandscheibenvorfall?

Viele verschiedenen Faktoren spielen mit, um einen Bandscheibenvorfall zu begünstigen und später auszulösen. Einer der wichtigsten und dabei oft übersehenen Einflussfaktoren ist die genetische Veranlagung. So unfair es auch scheinen mag, so ist es leider so, dass unser Erbgut eine entscheidende Rolle dabei spielt, ob wir eines Tages einen Bandscheibenvorfall erleiden werden oder nicht.

Der zweite Hauptfaktor, den es zu beachten gibt, ist, dass die Bandscheiben im Laufe des Lebens ganz natürlich verschleißen. Sie verlieren an Stoßdämpferfähigkeit, an Quellfähigkeit, und sind mit dem Alter anfälliger für Schäden. Die Altersgruppe, die am häufigsten mit Bandscheibenvorfällen zu kämpfen hat, ist jene von etwa 35 bis 50 Jahren.

 

Langes durchgehendes Sitzen im Büro trägt maßgeblich zum Risiko für einen Bandscheibenvorfall bei.

Neigt nun eine Person zu einem Bandscheibenvorfall, so spielen eine falsche oder zu starke Belastung der Wirbelsäule, zu wenig Bewegung oder abrupte starke Bewegungen eine entscheidende Rolle. Das Sitzen wird in diesem Zusammenhang vielerorts als das ‘neue Rauchen’ bezeichnet. Für die Bandscheiben ist starres Sitzen wie an einem Büroschreibtisch extrem belastend, noch dazu, wenn es dann kaum zu Bewegung über viele Stunden kommt. Auch unsere Rückenmuskulatur ist wichtig. Wer einen gut trainierten Rücken hat, kann seine Wirbelsäule dadurch besser schützen und stützen.

Wichtig ist und bleibt, ständig in Bewegung zu bleiben. Das heißt nicht, dass jede Person athletisch sein muss, aber für optimale Rückengesundheit und um einen Bandscheibenvorfall gar nicht erst passieren zu lassen, sind moderate Bewegung und Sport die einzige Lösung.

 

Ist ein Bandscheibenvorfall gefährlich?

 

Nicht immer sind Bandscheibenvorfälle schlimm. Manchmal bleiben sie sogar unbemerkt.

Es kommt stark darauf an. Viele Bandscheibenvorfälle werden von den Betroffenen niemals bemerkt! Das liegt daran, dass die betroffenen Nerven nicht immer gleich starkem Druck ausgesetzt sind. Im Normalfall heilen Bandscheibenvorfälle von selbst oder werden nicht-invasiv behandelt. Selbst heilen kann ein Bandscheibenvorfall dadurch, dass der ausgetretene Kern irgendwann ‘eintrocknet’ und völlig abgebaut wird. Die Bandscheibe ist dadurch zwar nicht mehr intakt und die Stoßdämpferfähigkeit ist nicht mehr gegeben, aber auf den Nerv wird nicht mehr gedrückt.

Nur in ernsten Fällen kommt es zur Operation. Auch wenn sich der Nerv, wenn er zu lange großem Druck ausgesetzt ist, entzündet, kann es gefährlich werden. Der Nerv kann dann bleibende Schäden behalten und die Betroffenen könnten Lähmungen forttragen. Das ist jedoch eine Ausnahme und passiert äußerst selten.

 

Risikofaktoren für Bandscheibenvorfälle

 

Schwangerschaft

 

schwangere Frau mit rückenschmerzen
Der Rücken und die Wirbelsäule stehen während der Schwangerschaft unter besonders hoher Belastung.

In der Schwangerschaft leidet man sehr oft an Rückenschmerzen. Durch das höhere Gewicht am Bauch verlagert sich der Schwerpunkt des Körpers und es entsteht ein Hohlkreuz in der Wirbelsäule. Besonders gegen Ende der Schwangerschaft sind die Schmerzen oft stark und der Körper beginnt, die Bänder im Körper auf natürliche Weise ‘aufzuweichen’, um sich auf die Geburt vorzubereiten. Das betrifft leider auch die Bänder in der Wirbelsäule, was wiederum ein erhöhtes Risiko für einen Bandscheibenvorfall darstellt und an Stabilität nimmt.

 

Osteoporose

Die Osteoporose ist eine Krankheit der Knochen. Dabei ist das Verhältnis zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau sowie Knochendichte und Knochenqualität nicht ausgeglichen. Deshalb kommt es dann zu löchrigen und instabilen Strukturen in den Knochen, was sie sehr leicht zerbrechlich macht. In Bezug auf die Bandscheiben bedeutet das eine generell sensible Stabilität und somit sind auch die Bandscheiben nicht optimal geschützt und gestützt. Das Krankheitsbild der Osteoporose ist jedoch natürlich viel komplexer und sollte keinesfalls nur im Hinblick auf einen Bandscheibenvorfall betrachtet werden.

 

Biologisches Geschlecht

 

Das Geschlecht muss nicht zwingend als Risikofaktor gesehen werden. Dennoch finden wir erwähnenswert, dass der biologisch weibliche Körper eher dazu neigt, einen Bandscheibenvorfall zu erleiden. Das liegt daran, dass das weibliche Bindegewebe etwas weicher und schwächer ist als jenes von Männern. Die Bänder von Männern sind dadurch straffer und können die Wirbelsäule besser stabilisieren. Der Unterschied ist aber nicht signifikant und nimmt den männlichen Körper nicht davon aus zu versuchen, die Rückengesundheit möglichst ernst zu nehmen.

Mann und Frau - Unterschiede im Risiko eines Bandscheibenvorfalls
Das biologische Geschlecht kann einen geringen Unterschied im Bandscheibenvorfall-Risiko ausmachen.

 

Skoliose

Eine Wirbelsäulenverkrümmung wie Skoliose gilt als ein Risikofaktor für eine Bandscheibenverletzung. Die Bandscheiben werden dabei durch die Fehlstellung falsch belastet und können schneller abgenutzt werden.

 

Sitzendes Arbeiten

Sitzen ist eine starke Belastung für unsere Wirbelsäule, und somit auch für die Bandscheiben. Wer den ganzen Tag lang arbeitsbedingt sitzen muss, riskiert damit eine sehr schnelle und nachhaltige Abnutzung der Bandscheiben. Medizinisch-orthopädisch gesehen ist eine wechselhafte Tätigkeit optimal: eine Mischung aus gehen, stehen und sitzen. Durch den immer wiederkehrenden Haltungswechsel können die Bandscheiben gut genährt werden (Be- und Entlastung wie anfangs beschrieben) und dadurch besonders gut beschützt. Leider gibt es immer noch viel zu wenige Büroarbeitsplätze, die für mehr Bewegung am Arbeitsplatz sorgen.

 

Starkes Übergewicht oder ständig schwankendes Gewicht

Jedes Kilogramm Körpergewicht trägt die Wirbelsäule mit. Das heißt auch, dass starkes Übergewicht eine zusätzliche Belastung für die Bandscheiben darstellt, weil sie schlichtweg einer kontinuierlichen höheren Belastung ausgesetzt sind. Dadurch sind sie wiederum schneller abgenutzt, bzw. werden sie von vornherein nicht ausreichend versorgt, weil es zu wenige Moment der Entlastung gibt.

Bei ständig schwankendem Gewicht liegt das Problem zum einen wieder am Übergewicht und der damit verbundenen zu hohen Belastung für die Wirbelsäule eines erwachsenen Körpers. Zum anderen aber kann es massive Folgen haben, ständig an Gewicht ab- oder zuzulegen. Der Körper versucht stets sich anzupassen, und auch die Wirbelsäule ist damit ständig aus dem Gleichgewicht. Das gilt übrigens auch für die meisten Organe im Körper, die nachhaltigen Schaden an großen Gewichtsschwankungen nehmen können.

 

Vorherige Verletzungen an der Wirbelsäule durch Sport oder Unfall

 

Vorverletzungen am Rücken können das Risiko für Bandscheibenprobleme erhöhen.

Es ist naheliegend, dass eine vorverletzte Wirbelsäule zusätzlich für einen Bandscheibenvorfall gefährdet ist. Wer bereits einen Bandscheibenvorfall erlitten hat, kann davon ausgehen, dass seine gesamten Bandscheiben bereits starker Abnutzung unterliegen. Auch aus Unfällen oder Verletzungen resultierte Fehlstellungen der Wirbelsäule können die Bandscheiben in der Zukunft weiter belasten, und somit leichter Schaden nehmen. Wer also bereits von existierenden Problemen mit seiner Wirbelsäule oder Bandscheiben weiß, sollte sich zusätzlich in Acht vor einem Bandscheibenvorfall nehmen und seine Rücken bestmöglich schützen.

 

Wie kann man einen Bandscheibenvorfall therapieren?

Ein Bandscheibenvorfall kann mit einer Vielzahl von Methoden behandelt werden. Wie oben erwähnt werden viele Bandscheibenvorfälle auch überhaupt nicht behandelt, weil sie von den Betroffenen nie bemerkt werden. Wird ein Bandscheibenvorfall aber doch erkannt und diagnostiziert, so tun sich mehrere mögliche Türen auf.

Zuerst muss erörtert werden, wie schlimm die Sachlage ist. Welche Bandscheibe ist betroffen, welcher Nerv ist betroffen, wie lange liegt der Bandscheibenvorfall schon vor, und viele weitere Fragen müssen beantwortet werden. Das passiert meist durch bildgebende Verfahren beim Arzt oder im Krankenhaus, wie beispielsweise MRTs, Röntgenbilder und Ähnliches. Versucht wird grundsätzlich außerdem immer, nicht-operativ zu behandeln und die OP als letzte Instanz zu betrachten. Zuvor greift man lieber auf ‘konservative’ Behandlung zurück, also ohne Operation. Dazu gehören Dinge wie Medikamente gegen die Beschwerden, Entspannung, Entlastung und vor allem Bewegung.

 

Medikamentöse Behandlung bei Bandscheibenvorfall

 

schmerz-medikamente aus einer dose
Die Erstbehandlung bei Bandscheibenvorfällen läuft meist über Medikamente, um die Schmerzen zu lindern.

Medikamente werden meist gegen die Beschwerden verschrieben. Hierbei unterscheidet man zwischen Mitteln, die rezeptfrei in den Apotheken für geringere Schmerzen zu erhalten sind, und Mitteln, die nur unter Aufsicht eines Arztes eingenommen werden können, wie zum Beispiel starke Opiate. Diese kann man nicht rezeptfrei in einer Apotheke kaufen. Viele der verschriebenen Schmerzmittel sind außerdem gleichzeitig entzündungshemmend, um der Entzündung eines Nervs vorzubeugen und damit zu verhindern, dass es zu schlimmeren Folgen und Symptomen als nur starken Rückenschmerzen kommt. Eine genaue Auflistung der Medikamente, die bei Bandscheibenvorfällen verschrieben werden können, kann man online auf diversen Gesundheits- und Ärzteportalen finden.

 

Physiotherapeutische Behandlung bei Bandscheibenvorfall

 

Die Physiotherapie zählt als schonendste Behandlung bei einem Bandscheibenvorfall. Schmerzen können optimal gelindert werden.

Eine andere, sehr wichtige Behandlungsweise ist die physiotherapeutische. Damit soll in erster Linie vor allem sichergestellt werden, dass die Beweglichkeit entweder erhalten oder wiederhergestellt wird. In akuten Fällen wird damit auch eine Linderung der Rückenschmerzen bezweckt. Physiotherapeuten, die Betroffene mit Bandscheibenvorfällen behandeln, wissen ganz genau, welche Bewegungen sich vorteilhaft auf die Wirbelsäule im verletzten Zustand auswirken. Auch wenn eine Operation für den Bandscheibenvorfall notwendig ist, wird im Anschluss daran meist auch eine Physiotherapie empfohlen, um die Wirbelsäule wieder gesund und beweglich in den Alltag zu schicken.

 

 

Bandscheibenoperationen

 

Minimal-Invasiv

Minimal-invasive Eingriffe sind grundsätzlich Eingriffe, die möglichst wenig Trauma hinterlassen, beispielsweise Narben. In Bezug auf den Bandscheibenvorfall bedeutet das meist eine Spritze, die den betroffenen Nerv millimetergenau trifft, oder auch winzige Einschnitte am Rücken anhand derer ein Röhrchen eingeführt wird. Durch dieses Röhrchen können Chirurgen und Chirurginnen die Bandscheibe dann mit Hilfe von verschiedenen Instrumenten die Bandscheibe teilweise oder gänzlich abtragen.

 

Laserentfernung der Bandscheibe

Ähnlich wie beim minimal-invasiven Verfahren wird bei dieser Bandscheibenoperation lokal mittels eines Lasers in einem Glasfaserröhrchen die Bandscheibe gezielt angeblitzt. Die Position der Bandscheibe wird anhand einer Computertomographie kontrolliert. Durch die Hitze des Lasers werden die ausgetretenen Teile der Bandscheibe sofort zerstört und der Patient ist innerhalb kurzer Zeit wieder schmerzfrei. Dieses Verfahren wird nur bei Patientinnen und Patienten angewendet, die zuvor noch keinen Bandscheibenvorfall erlitten haben.

 

Offene klassische Chirurgie

 

Sollte der Bandscheibenvorfall schon lange andauern, mehr als eine Bandscheibe betroffen sein, oder keine andere Möglichkeit mehr Schmerzlinderung bieten können, kann ein invasiver Eingriff der letzte Ausweg sein. Dafür kommt der Patient unter Vollnarkose und hat unter Umständen mit einer größeren Narbe, längerer Genesungszeit und nachhaltigen Schäden von Nerven und Muskeln zu kämpfen. Die verletzte(n) Bandscheibe(n) werden lokalisiert und dann gezielt abgetragen, die Wirbel versteift oder es wird eine neue künstliche Bandscheibe eingesetzt.

Verschmelzung und Wirbelversteifung

Der Fachbegriff für diese Art des Eingriffs heißt Spondylodese. Hierbei wird die Bandscheibe gänzlich entfernt und die betroffenen beiden Wirbel werden miteinander verknöchert, also verbunden. Sie werden damit ein einziges Wirbelglied. Der größte Nachteil hierbei ist wohl die reduzierte Beweglichkeit der Wirbelsäule, aber die Rückenschmerzen werden mit einer solchen Wirbelversteifung fast immer völlig beseitigt.

Ein operativer Eingriff sollte immer als letzte Instanz stehen, wenn alle anderen Behandlungen fehlgeschlagen haben.

 

Einsatz einer künstlichen Bandscheibe

Eine künstliche Bandscheibe wird vor allem bei jüngeren Patientinnen und Patienten eingesetzt. Auch dieses Verfahren wird erst dann angewandt, wenn weder Medikamente, Physiotherapie und andere Maßnahmen keinen Erfolg bringen. Eine Grundvoraussetzung, eine künstliche Bandscheibe zu bekommen, ist außerdem, dass mindestens drei nebeneinanderliegende Bandscheiben betroffen sind. Nicht alle drei müssen vorgefallen sein, aber sie müssen stark degeneriert sein. Mit einer Bandscheibenprothese soll die natürliche Beweglichkeit der Wirbelsäule möglichst erhalten bleiben.

Die künstliche Bandscheibe besteht aus Metallplatten, zum Beispiel Titan. Die Scheiben sind dann speziell beschichtet, damit sie gut an die umliegenden Wirbel anwachsen können. Im Inneren besteht die Metallbandscheibe entweder aus Kunststoff oder einem kleinen Kern, der durch seine kugelige Form Bewegung ermöglicht.

 

Ist eine Operation beim Bandscheibenvorfall notwendig?

Im Bereich der Experten wurde in den vergangenen Jahren viel Kritik darüber laut, dass Bandscheibenoperationen zu schnell und zu unbedacht durchgeführt würden. Das liegt einerseits daran, dass bildgebende Verfahren (wie beispielsweise MRTs, Computertomografien, etc.) häufiger verwendet werden und die Panik durch das Entdecken eines Bandscheibenvorfalles schnell groß ist. Auch wenn diese Verfahren Aufschluss über eine Verletzung geben, kann oftmals nicht der Schweregrad des Vorfalls aufgezeigt werden. Dr. Marianowicz macht in seinem Interview mit der Medipresse außerdem darauf aufmerksam, dass auch wirtschaftliche Interessen hinter dem enormen Anstieg von Bandscheibenoperationen stehen können.

Eine Operation der Bandscheiben sollte eigentlich nur dann wirklich notwendig sein, wenn Lähmungserscheinungen auftreten, Nerven absterben oder sogar ein Tumor an der Stelle auftritt. Ansonsten sind minimal-invasive Eingriffe, Entzündungshemmer und Abwarten die erste Instanz auf dem Weg zur Besserung.

 

Bandscheibenvorfall vorbeugen

 

Wie kann man einen Bandscheibenvorfall vermeiden?

Die goldene Regel lautet: mit viel Bewegung und Abwechslung. Da die Bandscheiben regelmäßige Belastung und Entlastung zur Nährstoffversorgung brauchen, ist es unabdingbar, Bewegung in den Alltag zu inkorporieren. Auch die Rückenmuskulatur kann dadurch gestärkt werden, was den Bandscheiben weiter hilft. Besonders zu empfehlen sind hier Schwimmen, Tanzen, Laufen oder Fahrradfahren, da diese Sportarten dem Rücken die optimal wechselnde Druckbelastung bieten – ganz von alleine.

 

Dehnen lindert Schmerzen und stärkt die Sehnen und Muskulatur.
Sport sorgt für optimale Be- und Entlastung der Wirbelsäule.

Wer Sport oder Bewegung vielleicht nicht allzu schnell in seinen Alltag einführen kann oder keinen Sport machen möchte, der kann auf die allseits bewährte Ergonomie zurückgreifen. Die Rückengesundheit steht im Zentrum ergonomischer Produkte. Wer beispielsweise zu viel Zeit im sitzen verbringt oder verbringen muss, sollte sich überlegen, auf einen höhenverstellbaren Schreibtisch umzusteigen. Hierbei wechselt man zwischen Büroarbeit im Stehen und im Sitzen ab, um den Körper in Bewegung zu halten. Damit können die Bandscheiben Be- und Entlastung erfahren und optimal versorgt werden, womit einem Bandscheibenvorfall vorgebeugt wird.

Regelmäßige Massagen und Kontrollen beim Orthopäden sind ebenfalls nicht verkehrt. Wer es sich leisten kann, soll seine Bandscheiben und Wirbelsäule stets regelmäßig entspannen.

 

Präventiv statt reaktiv!

Wenn die Bandscheiben erst einmal kaputt sind, gibt es kein so leichtes Zurück. Deshalb ist es am wichtigsten, präventive Maßnahmen zu ergreifen. Natürlich hat nicht jede und jeder die Möglichkeiten, an einem ergonomischen Arbeitsplatz zu arbeiten, aber ein wenig Bewegung kann und soll immer umgesetzt werden können. Lieber präventiv handeln, als reaktiv handeln zu müssen. Das wollen auch wir von Yaasa mit unseren ergonomischen Produkten erreichen!

 

 

Ressourcen und weitere Lektüre:

 

Michael Schünke: Anatomie – Topographie und Funktion des Bewegungssystems. Georg Thieme, Stuttgart 2000, ISBN 978-3-13-118571-6, S. 134–136.

 

https://www.dr-gumpert.de/html/bandscheibenvorfall.html

 

https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/osteoporose/was-ist-osteoporose.html

 

https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/bandscheibenvorfall-diskusprolaps/therapie/

 

https://www.gesundheitsinformation.de/nicht-operative-behandlungsmoeglichkeiten.2376.de.html?part=behandlung-dr

 

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http://www.medipresse.de/fragen-an-den-facharzt/wie-erkenne-ich-ob-eine-ruecken-op-unnoetig-ist-herr-dr-marianowicz-256.html

 

http://www.medipresse.de/fragen-an-den-facharzt/wie-erkenne-ich-ob-eine-ruecken-op-unnoetig-ist-herr-dr-marianowicz-256.html

 

 

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