Der Mensch und das Licht

Der Mensch ist ein tagaktives Wesen. Das heißt, dass unser Körper sich stark am Tages- und Nachtrhythmus orientiert. Daher kommen auch allseits beliebte Phänomene wie Jetlags nach längeren Reisen in andere Zeitzonen. Wir sind stark abhängig davon, ob es gerade Tag oder Nacht ist, denn unser Körper teilt seine Energiereserven und Wachzustände danach ein.

Wenn es dunkel ist und der Körper kein oder wenig Licht um sich herum wahrnimmt, beginnt er das Hormon Melatonin intensiv zu produzieren. Dieses Hormon bringt den Körper in einen Ruhezustand. Der Blutdruck sinkt, die Körperfunktionen verlangsamen sich, wir werden müde. Das ist auch der Grund weshalb wir in hellen Umgebungen nicht oder schwer schlafen können. Dass wir hingegen aktiv und munter werden und uns wohl fühlen können, schaffen wir mit Hilfe der Wirkung von Serotonin. Serotonin ist ein Hormon mit der Fähigkeit, die Durchblutung zu erhöhen und unterschiedliche Stoffwechselvorgänge zu fördern. Die Serotoninwirkung ist vor allem tagsüber aktiv.

Licht und Gesundheit

Die Beziehung zwischen Licht und Gesundheit wird bereits seit langer Zeit durch Wissenschaft und Forschung untersucht. Durch das Grundwissen darüber, dass der Körper bestimmte Hormone zur Tages- und Nachtzeit ausschüttet, weiß man, dass es nicht egal ist, wie, wieviel und ob der Mensch Licht ausgesetzt ist. Es macht einen beträchtlichen Unterschied für das körperliche und mentale Wohlbefinden, ob man eine gesunde Menge und die richtige Art von Licht abbekommt. 

Das richtige Licht für die Augen – Künstliches Licht oder Tageslicht?

Der generelle Konsens beläuft sich darauf, dass Tageslicht das gesündeste Licht für uns Menschen ist. Unsere Augen können damit am besten sehen, ohne überfordert zu sein. Der Gedanke, künstliches Licht näher an Tages- und Sonnenlicht heran zu entwickeln, ist damit nicht unbedingt neu. Sogenannte Vollspektrumlampen oder Tageslichtlampen sind Lichtspender, die die in Sonnenlicht enthaltenen Farbanteile imitieren zu versuchen. Das gelingt aber trotzdem nur annähernd, da die Farbanteile des Tageslichts nicht absolut festzulegen sind und sich auch ständig je nach Messstelle und -zeit ändern. Dennoch erfreuen sich die Vollspektrumlampen keiner großen Bekanntheit. Lange Zeit hatte man nicht geglaubt oder etwas darauf gehalten, dass Licht mit bestimmten Spektren gegenüber anderen einen signifikanten Effekt auf den Menschen oder dessen Gesundheit habe. Mittlerweile jedoch weiß man, dass Licht uns sehr wohl beeinflusst und auch krank machen kann, wenn es falsch oder nicht genug vom richtigen ist. 

Eine Vollspektrumlampe ist also eine gute Möglichkeit, seine Augen zu entlasten. Dennoch sollte uns bewusst sein, dass ein noch größerer Erfolg erzielt werden kann, wenn eine Lampe mehr als nur ein Lichtspektrum von sich geben kann, da auch Tages- und Sonnenlicht nicht zu jeder Tageszeit die beste Wahl sind. Denn tatsächlich können wir zu verschiedenen Zeit mit verschiedenen Lichtfarben und -stärken noch effizienter sein.

Direktes Licht oder indirektes Licht?

Um das herauszufinden, muss man zuallererst verstehen, was die Begriffe jeweils bedeuten. Direktes Licht ist, wie der Name andeutet, ein Lichtstrahl der ohne Abschirmung oder Hindernisse eine Fläche direkt beleuchtet. Beispiele dafür sind Schreibtischlampen oder Deckenlichter, die direkt herab leuchten. Das direkte Licht hat seinen stärksten Vorteil im Bereich genauer Arbeit. Es leuchtet Details gut aus und kann viel Helligkeit für einen bestimmten Bereich schaffen. Zu seinen größten Nachteilen zählt jedoch seine Neigung zum Blenden oder zu stark zu reflektieren. Direktes Licht wird außerdem selten als angenehm oder gemütlich empfunden – also nicht gerade das perfekte Licht für Entspannung.

Indirektes Licht ist diffuses Licht, das weicher wirkt. Es kommt meist durch LED-Streifen, Schirmlampen oder Deckenfluter zustande. Schatten und harte Kanten werden durch indirektes Licht minimiert, was es besonders angenehm für die Augen macht. Das entspannt uns Menschen, weshalb diese Form der Beleuchtung auch oft in Wohn- oder Wellnessbereichen zum Einsatz kommt. 

Auch wenn indirektes Licht sehr angenehm und entspannend wirkt, sollte am Arbeitsplatz nicht gänzlich auf direktes Licht verzichtet werden. Nur auf indirektes Licht zurückzugreifen könnte schnell zu Müdigkeit und Konzentrationslosigkeit führen. Idealerweise ermöglicht man deshalb eine Mischung aus beiden Lichttypen, um sowohl genau und präzise zu leuchten, als auch für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen.

Was hat Licht mit Ergonomie zu tun?

Wie wir erörtert haben, hat Licht einen immensen Einfluss auf den menschlichen Körper. Da sich die Ergonomie darum bemüht, ein ständiges Gleichgewicht der Wechselwirkung zwischen Mensch und Arbeitsumgebung zu gewährleisten, ist auch das Licht ein entscheidender Faktor. 

So wie wir bei Yaasa viel davon halten, dass sich ein ergonomischer Tisch oder Bürostuhl am Arbeitsplatz an den Menschen anpassen muss, so sind wir sicher, dass auch Licht anpassbar sein muss. Die Welt um uns ist extrem dynamisch, vielleicht dynamischer als sie es jemals war. Wir haben es mit Tageszeiten, Jahreszeiten, Arbeitsschichten, verschiedenen Arbeitsorten, und wechselnden Umgebungen (am Bildschirm als auch außerhalb des Bildschirms) zu tun. Zudem sind wir alternde Wesen, was bedeutet, dass sich auch unser Körper ständig verändert. Es ist unlogisch zu erwarten, dass ein statisches Licht – selbst wenn es eine Mindestlichtstärke und eine neutrale Farbe aufweist – die richtige Wahl für die dynamische Arbeitsumgebung unserer Zeit ist. 

Der Ergonomiesektor im Bereich von Büroausstattung hat mittlerweile auch auf diesem Gebiet spannende Innovationen geschaffen. Lampen können heutzutage beispielsweise sprachgesteuert werden. Sie bewegen sich mit der arbeitenden Person mit und passen sich an deren Position an. Sie reagieren auf die Entfernung der Person zur Lampe oder darauf, wie viele Personen sich am Tisch befinden. Anpassbare und smarte Lampen beziehen die Tageszeit, Jahreszeit, Temperatur, das Alter des Nutzenden und viele weitere Faktoren mit darin ein, wie, wie stark und in welchem Spektrum sie gerade leuchten. Unsere Augen und unser Gehirn sollen damit optimal geschützt und unterstützt werden – ganz im Sinne der Ergonomie.

Licht und Konzentration

Ergonomie zielt nicht nur auf mehr Wohlbefinden und Gesundheit ab. Auch Produktivität, Motivation und Konzentration gehören zu den Einflussgebieten der Ergonomie. Das Licht spielt hier ebenfalls eine entscheidende Rolle. 

Prinzipiell können wir uns beim Arbeiten am besten auf unsere Aufgaben konzentrieren, wenn es keine oder so wenig Störfaktoren wie möglich gibt. Blendendes, flackerndes oder grelles Licht wären ein solcher Störfaktor. Wenn unsere Augen zu sehr durch ein Flackern oder einen intensiven Lichteinfall beansprucht werden, wird es uns schwer fallen, unsere Aufmerksamkeit gänzlich der Arbeit zu schenken. Zusätzlich zur Reduktion von störendem Licht kann auch die Lichtfarbe einen erheblichen Einfluss auf Konzentration und Produktivität haben. Blaues Licht kurbelt die Serotoninproduktion an, was uns munter und wachsam macht (Vorsicht: blaues Licht solltest du trotzdem nicht den gesamten Tag verwenden, da es dich sonst überanstrengt. Gegen Nachmittag und Abend kann das Licht ruhig wärmer werden).

Ergonomische Beleuchtung hilft also nicht nur dabei, Augen und Körper zu entlasten, sondern sorgt zusätzlich für die optimale Arbeitsumgebung, in der unsere Konzentration seinen Höhepunkt erreichen kann.

Gesetze und Vorschriften zu Licht am Arbeitsplatz 

Vorschriften und Gesetze zu Licht am Arbeitsplatz – Dein Recht auf Licht

Um die Wichtigkeit und Behandlung des Themas Licht am Arbeitsplatz besser zu verstehen, muss man sich zuallererst die gesetzlichen Grundlagen dazu ansehen. In diesem Artikel sehen wir uns die Beleuchtungsvorgaben von Deutschland, Österreich und der Schweiz in Bezug auf Büroarbeitsplätze an. Wir haben die relevantesten Punkte zusammengefasst und wollen uns genauer ansehen, wie ergonomisch und gesundheitsfördernd diese Bestimmungen sind. Ob sie unseren Vorstellungen von ergonomischer Beleuchtung und einem ergonomischen Arbeitsplatz entsprechen, diskutieren wir in weiterer Folge. 

Was sagt das Deutsche Gesetz über Beleuchtung am Arbeitsplatz?

Als allererste Bestimmung fordert das Deutsche Gesetz in der Technischen Regel für Arbeitsstätten „ASR A3.4“, zugehörig zur Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), dass Tageslicht möglichst gut genutzt wird. Die Vorteile echten Tageslichts seien nicht imitierbar und daher voll auszunutzen. Eine Tageslichtbeleuchtung ist daher einer Kunstlichtbeleuchtung stets vorzuziehen und mindestens 10% der Raumfläche müssen durch natürliches Licht ausgeleuchtet sein. Das deutsche Gesetz erkennt im Gesetzestext sogar den Einfluss von Tageslicht auf die Gesundheit und das Wohlbefinden an. 

Sofern eine reine Tageslichtbeleuchtung nicht gewährleistet werden kann (wie in den meisten Fällen aufgrund räumlich, wetter- oder jahreszeitbedingter Umstände sowie gewissen Ausnahmen), so ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Arbeitsplatz künstlich zu beleuchten. Das deutsche Gesetz schreibt hier vor, dass gesundheitliche Zusatzbedürfnisse, wie z.B. eine abnehmende Sehstärke im höheren Alter, berücksichtigt werden müssen. Außerdem darf Licht nicht zu stark blenden oder flackern.

Gesetzliche Beleuchtung am Schreibtisch in Deutschland

Büroräumlichkeiten fallen in der deutschen Regelung in einen eigenen Sektor, der sich wieder in Subkategorien unterteilt: Datenverarbeitung, Schreibarbeit, Kopierbereich, Technisches Zeichnen, und so weiter. Für den standardmäßigen Schreibtischplatz im Büro setzt das deutsche Gesetz eine Beleuchtung von mindestens 500 Lux fest. Die Beleuchtungsstärke-Bestimmungen in Lux ziehen im deutschen Gesetz auch immer die Umgebungsbeleuchtung hinter sich her. Das bedeutet, dass umliegende Bereiche beispielsweise eines Schreibtischbüros im Durchschnitt mit 300 Lux beleuchtet sein müssen. Zu starke Helligkeitskontraste sollen damit vermieden werden. 

Störende Beleuchtung wie beispielsweise blendendes Licht, flackernde Lampen oder reflektierende Gegenstände müssen minimiert werden. Auch Farbbestimmungen finden sich in der deutschen Arbeitsstättenverordnung.

Was sagt das Österreichische Gesetz über Beleuchtung am Arbeitsplatz?

Auch in Österreich findet man gesetzliche Bestimmungen zu Licht und Belichtung am Arbeitsplatz. Als Gesetzesgrundlagen dienen hierfür

  • §§ 21, 22 ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG)
  • Arbeitsstättenverordnung (AStV)
  • § 6 Bildschirmarbeitsverordnung (BS-V)

Ähnlich wie Deutschlands Gesetze schreibt Österreich vor,  so oft wie möglich Tageslicht zu nutzen. Sofern es die Arbeit nicht verlangt (zum Beispiel ein Foto-Entwicklungslabor), muss ein Arbeitsplatz so gestaltet sein, dass mindestens 10% seiner Grundfläche durch natürliches Licht ausgeleuchtet werden – z.B. durch Fenster oder Lichtkuppeln. Auch eine Sichtverbindung ins Freie muss im Ausmaß von mindestens 5% der Bodenfläche gegeben sein. 

Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, vor allem für Arbeitsstätten die inhärent nachts genutzt werden (Diskotheken, etc.) oder sich unveränderbar in lichtabgesperrten Gebieten befinden (Garagen, Kellerlokale, Kultureinrichtungen, Räumlichkeiten in engen Altstadtgassen, und so weiter). Auch für Flughäfen, Bahnhöfe, Hotelrezeption und dergleichen gibt es abweichende Regeln. 

Insbesondere wollen wir aber den standardmäßigen Büroarbeitsplatz und seine Belichtungsbestimmungen genauer unter die Lupe nehmen. Garantiert Österreich ergonomische Belichtung?

Gesetzliche Beleuchtung am Schreibtisch in Österreich

Vor allem während der Wintermonate, wetterabhängig und zu frühen und späten Arbeitszeiten, reicht die natürliche Belichtung an einem Büroarbeitsplatz nicht aus. Deshalb ist eine künstliche Beleuchtung in diesen Fällen verpflichtend. 

Österreich schreibt eine ausreichend helle und möglichst farbneutrale – also weder zu gleißend weiße noch zu warm orange – Beleuchtung vor. In einem Büroraum muss diese, gemessen an der Höhe der Tische, im ganzen Raum mindestens  500 Lux erreichen. 

Glücklicherweise hören die Bestimmungen hier nicht auf. In einem gewissen Ausmaß werden auch die individuellen Bedürfnisse der Arbeitnehmenden berücksichtigt. So empfiehlt das österreichische Gesetz für sehkraftbedingte außergewöhnliche Bedürfnisse etwa zusätzliche Beleuchtung in Form von Tischleuchten, die bei der Arbeit nicht blenden, aber zusätzlich in einem weißen oder neutralen Ton aufhellen. 

Was sagt das Schweizer Gesetz über Beleuchtung am Arbeitsplatz?

Von den drei behandelten Staaten fokussiert sich die Schweiz am intensivsten auf den gesundheitlichen Einfluss von Licht auf den Körper. Gesetzesgrundlagen für die Lichtbestimmungen am Arbeitsplatz sind die Verordnungen 3 und 4 zum Arbeitsgesetz (Artikel 15 und Anhang zu Artikel 15). In der Einleitung liest man über die Ausschüttung von Melatonin bei zu niedriger Beleuchtungsstärke sowie den Einfluss von Licht auf „…die Aktivität (Tätigkeitsdrang, Betriebsamkeit, Unternehmungsgeist), physiologische Vorgänge (Stoffwechsel, Kreislauf, Hormonhaushalt, Immunsystem) und Psyche.“

Auch die Schweiz zieht die Tageslichtbeleuchtung der Kunstlichtbeleuchtung vor. Pausenräume müssen sogar verpflichtend einen Zugang zu Tageslicht aufweisen. Sollte das nicht gewährleistet werden können, müssen Arbeitgebende ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine längere und bezahlte Pause gewähren, während der sie sich an einen Ort mit Tageslicht zurückziehen können. Das hat ein Gerichtsurteil aus dem Jahr 2013 festgelegt und verschärft. Das Schweizer Gesetz verweist außerdem auf das Bedürfnis an bis zu 50% erhöhter Lichtstärke für ältere oder sehschwache Mitarbeitende. 

Gesetzliche Beleuchtung am Schreibtisch in der Schweiz

Die Schweiz legt hier denselben Wert fest wie Deutschland und Österreich: in einem Standardbüro mit einem Computerarbeitsplatz muss mindestens eine Beleuchtungsstärke von 500 Lux gegeben sein. Mit steigender visueller Anforderung muss auch der Lux-Wert an der Arbeitsstelle ansteigen. Auch das Lichtverhältnis zwischen Arbeitsstelle und der Umgebung ist wie in Deutschland gegeben, damit kein zu starker Kontrast entsteht, der die Augen belasten könnte. Auch über die richtige Farbwahl des Lichtes wird Auskunft gegeben. Grundsätzlich empfiehlt die Schweiz ein tageslichtähnliches Farbspektrum (mit gutem Blauanteil) zu wählen, bei niedriger Beleuchtungsstärke jedoch eher warmes Licht mit erhöhtem Rotanteil. 

Sind die Gesetze für Beleuchtung ausreichend?

Wir von Yaasa sagen: sie sind ein guter Anfang. Es ist durchaus positiv zu sehen, dass die Beleuchtung am Arbeitsplatz einen so hohen Stellenwert mit so detailreicher Ausführung einnimmt. Allerdings haben wir es nach wie vor mit dem Minimum und vor allem mit statischen Werten zu tun. Wir Menschen sind nicht statisch. Nicht als einzelne, und schon gar nicht als große Menge, in der jeder Mensch einzigartig mit einzigartigen Bedürfnissen ist.

Ergonomische Lampen sind die Antwort auf die Probleme statischen Lichts. Zumindest im Büroarbeitsplatz-Sektor muss das ergonomische Licht weiter in den Vordergrund rücken und schon bald zur Basisausstattung eines anpassbaren Arbeitsplatzes zählen. So wie Schmerzfreiheit und Vorbeugung von diversen Krankheiten mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch oder einem ergonomischen Bürostuhl zusammenhängen, so muss auch Licht als eine unglaublich große Möglichkeit gesehen werden, die Gesundheit des Einzelnen zu fördern und zu bewahren.

Wie sieht ergonomische Beleuchtung am Arbeitsplatz aus?

Wie sieht nun die optimale ergonomische Arbeitsplatzbeleuchtung aus? Hier gibt es vor allem zwei ausschlaggebende Faktoren zu beachten: Lichtfarbe und -stärke.

Die richtige Lichtfarbe finden

Wenngleich die meisten Menschen bei der “richtigen” Beleuchtung zuerst an die Helligkeit der Lampe denken, so spielt die Farbe eine mindestens genauso wichtige Rolle. Die Farbe deines Licht bestimmt, wie angenehm dir das Licht vorkommt. Man spricht von kühlerem und wärmerem Licht, in den zwei Extremen vorstellbar als jeweils blau-weißes und rot-goldenes Licht. Die Gesetze geben über die Lichtfarben zwar Empfehlungen ab, nicht aber genaue Vorschriften. Immer wieder fällt die Bemerkung, dass das Licht für die Arbeitenden angenehm und nicht störend oder blendend sein soll. Hier spielt aber wieder individuelle Präferenz eine Rolle. Sollte dir dein Licht am Arbeitsplatz viel zu warm oder zu kalt sein, frag nach, ob du nicht zusätzlich eine eigene Schreibtischlampe benutzen darfst. 

Die ergonomisch richtige Lichtfarbe hängt davon ab, zu welcher Tageszeit du das Licht benutzt oder wie das Wetter draußen ist. Auch wie viel Zeit du vor dem Bildschirm verbringst, kann eine Rolle darin spielen, welches Licht sich für dich am besten anfühlt (wenn du schon sehr viel Zeit am Bildschirm warst, versuche später wärmeres Licht zu nutzen). Morgens muss dein Licht definitiv mehr Blau beinhalten. Der blaue Anteil im Licht ist auch im Tageslicht in einer angenehmen Menge vorhanden und triggert in deinem Körper die Serotoninproduktion. Dieses Hormon macht dich munter und startklar für den Tag. Du kannst den Blauanteil dann über den Tag hinweg weiter reduzieren, bis du abends dann auf etwas wärmeres Licht umsteigst, um dich nicht unnötig lange wachzuhalten. Die Serotoninproduktion fährt hinunter. Auch im Zusammenhang mit der dunkleren Umgebung fühlt sich das warme Licht angenehmer an und wird dich weniger stressen.

Die richtige Lichtstärke und Helligkeit finden

Gesetzlich gesehen spricht man von einer minimalen Beleuchtungsstärke von 500 Lux an einem Büroarbeitsplatz mit einem Computer. Diese 500 Lux lassen sich meist gut duch eine installierte Deckenleuchte gewährleisten. Solltest du Zweifel haben, dass dieser Mindestwert in deinem Büro erreicht wird, sprich den oder die Sicherheitsverantwortliche/n für dein Büro an, und frag nach, ob die Lichtstärke nicht nachgemessen werden könnte. Sollten die 500 Lux zwar vorhanden sein, du aber trotzdem gerne mehr Licht am Arbeitsplatz haben möchtest, erkundige dich, ob du eine zusätzliche Lampe benutzen darfst. 

Die richtige Lichtstärke beim Arbeiten ist abhängig von dir als Person, vom Tageslicht, vom Wetter, der Tageszeit und von deinem Alter. Solltest du dazu kommen, dir eine anpassbare ergonomische Schreibtischleuchte zulegen zu können, so versuche, die Lampe morgens am Beginn deiner Arbeit mit einem etwas höheren Blauanteil im Spektrum zu nutzen und sie nicht allzu stark aufzudrehen, falls es draußen erst hell wird. Gehe mit deiner Lampe gefühlsmäßig nach der Intensität des Tageslichts. Du möchtest keinesfalls einen zu starken Kontrast für deine Augen schaffen. Ist es draußen einmal sehr düster und bewölkt, drehe die Helligkeit deiner Lampe etwas höher als das Tageslicht dir scheint, aber nicht so hell wie an einem sonnigen Tag. Im Normalfall merkst du schnell, was sich für dich angenehm anfühlt. Gegen Abend hin sollte die Helligkeit wieder abnehmen und auch das Farbspektrum wird wieder viel wärmer. 

3 Vorteile von optimalem Licht am Arbeitsplatz

1. Schutz der Augen

Deine Augen machen sehr viel mit. Jeden Tag empfangen sie unzählbar viele Reize, die möglichst schnell verarbeitet und genutzt werden müssen. Das falsche Licht am Arbeitsplatz kann deine Augen sehr beanspruchen, vor allem wenn es zu hell ist, ein Farbanteil viel zu hoch, oder es einen zu starken Kontrast mit dem Rest deiner Arbeitsumgebung bildet. Schütze deine Augen, indem du sie sanft aber mit ausreichend Licht durch deinen Arbeitsalltag führst. Das Licht sollte sich dabei jederzeit an dich und die Umgebung anpassen können.

2. Entlastung des Gehirns

Unsere Kopfzentrale verarbeitet täglich Milliarden von Reizen. Es muss jederzeit an jedem Ort sofort reagieren können. Das erfordert extrem viel Kraft. Auch wenn unser Gehirn es schafft, sowohl mit schlechten Bedingungen (wie beispielsweise anstrengendem Licht) als auch mit optimalen Bedingungen klarzukommen, so beanspruchen wir es mit schlechtem Licht um ein Vielfaches mehr. Das führt dazu, dass Stress im Körper getriggert wird, der uns Schmerzen oder Unwohlsein bereitet und uns sogar schneller altern lässt. Wenn dein Gehirn mit idealen Bedingungen konfrontiert ist, wird es keinen Stress im Körper auslösen. Mit dem richtigen Licht kannst du dein Gehirn also prima entlasten und dich besser entspannen.

3. Vorbeugung von Kopfschmerzen

Mit der zu starken Belastung deines Gehirns und ausgelöstem Stress geht natürlich die Nummer Eins der Beschwerden einher: Kopfschmerzen. Kopfschmerzen zeigen dir in erster Linie, ob du zu wenig getrunken hast oder ob du überfordert bist. Das falsche Licht am Arbeitsplatz kann dich schnell überfordern und den Körper in eine Unruhezustand bringen. Wenn du Kopfschmerzen möglichst vermeiden willst, versuche mit dem ergonomisch richtigen Licht zu arbeiten.

Wo kann ich ergonomische Schreibtischleuchten kaufen?

Ergonomische Schreibtischleuchten findest du in diversen Fachgeschäften oder online. Wie wir in unserem ausführlichen Artikel zum ergonomischen Bürostuhl beschrieben haben, gilt auch hier, dass eine Lampe für dich besser ist, je mehr Anpassmöglichkeiten oder smarte Funktionen sie dir bietet. Den Design-Vorlieben sind hier keine Grenzen gesetzt. Im Kern jedoch sollte die Lampe die Lichtfarbe und Lichtstärke anpassen lassen können, damit du diese zwei Komponenten auf dich und deine Umgebung abstimmen kannst.

Wie viel kosten anpassbare Schreibtischleuchten?

Sogenannte Smart-Leuchten kosten mehrere Hundert bis hin zu ein paar Tausend Euros. Dennoch gibt es mittlerweile auch sehr leistbare Schreibtischleuchten, die bereits vorprogrammierte Leuchtprogramme bieten: Abend/Nacht-Modus, Morgenmodus, Leselicht, und viele mehr. Solche Lampen sind vielleicht nicht gänzlich individuell anpassbar, können dir aber bereits viele Vorteile und große Verbesserungen im Arbeitsalltag bescheren. 

Informiere dich vor dem Kauf einer anpassbaren Schreibtischleuchte darüber, wie langlebig das Leuchtstück ist, um auch den Nachhaltigkeitsfaktor in deine Kaufentscheidung mit einzubeziehen.

Quellen und weitere Lektüre:

https://www.yoya-chitektur.com/images/stories/pdf/licht_fuer_gesundheit.pdf
https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/ASR/pdf/ASR-A3-4.pdf?__blob=publicationFile
https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19930254/index.html#a15
https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/Arbeitsbedingungen/gesundheitsschutz-am-arbeitsplatz/Arbeitsraeume-und-Umgebungsfaktoren/Licht-und-Beleuchtung.html
https://www.sgb.ch/themen/sozialpolitik/gesundheit/artikel/details/zugang-zu-tageslicht-ist-ein-menschenrecht/
https://www.arbeitsschutzgesetz.org/arbstaettv/#Beleuchtung_und_Raumtemperatur


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