Ergonomie am Arbeitsplatz ist eine Grundvoraussetzung, um auch über längere Zeit gesund und produktiv arbeiten zu können. Das ist keine Neuigkeit, weswegen auch nahezu jedes moderne Büro nach den Prinzipien der Ergonomie ausgestattet ist. Dennoch klagen mehr und mehr Menschen über Rücken- und Nackenschmerzen. Woran liegt’s? Und was können Arbeitgebende noch tun, um Arbeitnehmende bestmöglich zu unterstützen?

Die schlechte Nachricht vorab: Der menschliche Körper ist schlichtweg nicht dafür gemacht, 8 Stunden am Tag zu sitzen. Zumal es meist nicht bei diesen 8 Stunden bleibt. Wir sitzen beim Essen, im Auto und in öffentlichen Verkehrsmitteln und nicht zuletzt dann auch noch abends auf der Couch. Das Ergebnis? Eine gesellschaftliche Entwicklung, die von Ärzten gar als „Sitzepidemie“ bezeichnet wird.

Sitzen ist das neue Rauchen

Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen scheint das gesundheitliche Risiko, das mit Bürojobs einhergeht, gering zu sein. Und auch wenn das tägliche Risiko eines Büroarbeiters gewiss geringer ist, als zum Beispiel das eines Dachdeckers, bringt ein Bürojob ganz eigene Gesundheitsrisiken mit sich. Die meisten dieser Gesundheitsrisiken stellen sich erst schleichend ein, sollten aber auf keinen Fall leichtfertig abgetan werden. Ein Artikel im British Journal of General Practice ging sogar so weit, Sitzen als das neue Rauchen zu bezeichnen. [1] Und tatsächlich ähneln sich Sitzen und Rauchen in vielerlei Hinsicht: Als tagtägliche Angewohnheit zeigen sich unmittelbar kaum gesundheitliche Folgen. Langfristig gesehen, sind die gesundheitlichen Konsequenzen jedoch umso desaströser.

Schmerzen und Krankheiten: Die Folgen übermäßigen Sitzens

Wie sehen die gesundheitlichen Folgen des übermäßigen Sitzens konkret aus? Allen voran ist Sitzen schlecht für die Körperhaltung und kann auch bei ergonomischer Sitzhaltung über kurz oder lang zu Schulter- und Nackenschmerzen führen. Auch wird im Sitzen ein besonders hoher Druck auf die Bandscheiben ausgeübt. Hüftschmerzen sind die Folge. Im Sitzen werden zudem weniger Kalorien verbrannt, als im Stehen. Das Ergebnis: Eine schleichende Gewichtszunahme und damit einhergehendes ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hohen Blutzucker und verschiedene Diabetes-Typen.

Die Liste der gesundheitlichen Folgen langen Sitzens lässt sich nahezu beliebig fortsetzen und betrifft die Psyche ebenso, wie den Körper.

Wie lassen sich die negativen Folgen des Sitzens kompensieren?

Selbstverständlich ist ein ergonomischer Sitzplatz einem Arbeitsplatz, der den ergonomischen Prinzipien nicht folgt, vorzuziehen. Dennoch bleibt stundenlanges Sitzen eine enorme Belastung für den Körper – auch bei ergonomischer Körperhaltung.

Und auch Ausgleichsport kann die Folgen des stundenlangen Sitzens nie gänzlich revidieren.[2]

Tatsächlich ist die einzige Möglichkeit, die negativen Folgen des langen Sitzens zu vermeiden, langes Sitzen an und für sich zu vermeiden. Um hier eine Veränderung herbeizuführen und einen merklichen Effekt zu spüren, braucht es jedoch keineswegs Höchstleistungssport, wie erst kürzlich eine Studie belegen konnte.[3] Wer zum Beispiel 30 Minuten sitzen durch 30 Minuten stehen oder gehen ersetzt, kann das Risiko einen frühzeitigen Tod zu sterben, um ganze 17% verringern.[4] Ein anschauliches Beispiel dafür, wie auch kleine Veränderungen im Alltag über die Jahre große Wirkung zeigen können.

Auch unmittelbar, ist ein deutlicher Unterschied spürbar: Durch den Wechsel zwischen Sitzen und Stehen werden Stoffwechsel und Kreislauf angeregt. Die Beine werden besser durchblutet, das Gehirn mit frischem Sauerstoff versorgt. Die Folge? Wir fühlen uns wacher, fitter, gesünder. Und können so auch produktiver arbeiten.

Die Vorteile der Sitz-Steh-Tische

Es gilt also eine Brücke zwischen genug Bewegung und effizienter Arbeit zu schlagen. Leider ist das nicht immer leicht. Für viele Berufe ist die Arbeit am PC schlichtweg unverzichtbar. Und während kurze Gehpausen durchaus positiv auf Kreativität und Produktivität wirken können, bedeuten sie doch auch einen Einschnitt in den Arbeitsfluss.

Nicht nur deswegen wenden sich mehr und mehr Unternehmen Sitz-Steh-Tischen zu: Neben der positiven Wirkung auf Stoffwechsel und Kreislauf, steigern sie auch Konzentration und Produktivität – ganz ohne zusätzliche Spaziergänge und Pausen.

Inzwischen gibt es eine große Auswahl an Sitz-Steh-Tisch-Modellen, die sich preislich kaum von herkömmlichen ergonomischen Bürotischen unterscheiden. Und während der Preispunkt derselbe ist, sprechen die verschiedenen Vorteile klar für die Sitz-Steh-Tische. Angestellte können frei wählen, ob sie sitzen oder stehen wollen, und können die Höhe des Tisches flexibel an ihre Bedürfnisse anpassen. So können die Sitzpausen völlig frei nach individuellem Bedarf über den Arbeitstag verteilt werden.

Davon profitiert nicht nur langfristig die Gesundheit der Arbeitnehmenden, sondern auch die tagtägliche Arbeitsleistung. Wer während der Arbeit mit Schmerzen und Verspannungen zu kämpfen hat, kann nur schwer sein volles Potential erreichen. Sitz-Steh-Tisch können solche arbeitsbedingten Verspannungen nicht nur vermindern, sondern zum Teil sogar gänzlich vermeiden. Strapazierte Körperstellen werden entlastet, die verschiedenen Muskelgruppen aktiviert und die Durchblutung der Extremitäten gefördert.

Der Wechsel zwischen Sitzen und Stehen sorgt zudem auch für mehr Energie. Durch die Aktivierung von Kreislauf und Stoffwechsel fühlen wir uns wacher, fitter, ausgeruhter. Und können so effizienter arbeiten.[5]

Weniger Rückenschmerzen

Eine Studie* belegte, dass durch den ungezwungenen Wechsel zwischen Sitzen und Stehen Rückenbeschwerden um bis zu -54% minimiert werden können.

Höherer Kalorienverbrauch

Im Stehen werden mehr Muskelgruppen aktiviert. Eine amerikanische Studie* belegte, dass Sitz-Steh-Tische den Gewichtsverlust so effektiv anregen können.

Mehr Zufriedenheit

Eine amerikanische Studie* hat gezeigt, dass Menschen, die viel sitzen, einem gesteigerten Risiko an Depressionen zu erkranken, ausgesetzt sind.

Gesteigerte Produktivität

Während Sitzen psychisch und physisch belastet, regt Stehen Kreislauf und Stoffwechsel an. Davon profitiert auch die Produktivität, wie eine Studie* bewies.

Was zeichnet einen guten Sitz-Steh-Tisch aus?

Wer sich erstmals auf die Suche nach einem passenden Sitz-Steh-Tisch macht, merkt schnell, dass es eine große Auswahl an verschiedenen Modellen und Typen gibt. Auch unterschiedliche Tischaufsetzer werden als kostengünstiges Upgrade für herkömmliche Tische angeboten. Sich in diesem Überangebot zurechtzufinden, fällt dementsprechend schwer, ganz besonders dann, wenn noch nicht klar ist, was einen guten Sitz-Steh-Tisch kennzeichnet.

Das wichtigste Merkmal eines Sitz-Steh-Tisches ist allen voran die Fähigkeit sich immer und unmittelbar an seinen Benutzer anzupassen. Um die aktive Verwendung des Sitz-Steh-Tisches zu gewährleisten gilt: Je unkomplizierter und unmittelbarer die Höhenverstellbarkeit verwendet werden kann, desto besser. Nicht nur deswegen raten wir zur Verwendung von elektrisch höhenverstellbaren Sitz-Steh-Tischen. Wer seinen Tisch zur Änderung der Position erst hoch- oder runterkurbeln muss, wird zurecht einen Spaziergang zur Kaffeemaschine vorziehen. Dasselbe gilt für kostengünstige Tischaufsetzer. Wer um die Körperhaltung zu verändern erst die gesamte Tischoberfläche neu organisieren und sein Equipment neu sortieren muss, wird sich vermutlich nicht die Mühe machen und sich auf andere Weise mit der aktuellen Körperhaltung arrangieren.

Auch auf die Größe des Tisches sollte Augenmerk gelegt werden. Anders als bei anderen Tischen ist nicht nur die Größe der Tischplatte relevant, sondern auch die Mindest- und Maximalhöhe des Tisches. Ebenso stellt die Qualität der Höhenverstellbarkeit ein wichtiges Merkmal da. Nur stufenlos verstellbare Tische garantieren, dass jede Person, die an dem Tisch arbeitet, auch die individuell korrekte Höhe auf den Punkt genau einstellen kann. Zudem sollte der Motor ruckelfrei, schnell und möglichst leise arbeiten, um den Arbeitsfluss nicht zu unterbrechen oder andere Anwesende zu stören.

Es ist Zeit aufzustehen

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Trend zu Sitz-Steh-Tischen weit mehr als ein vorübergehender Hype ist. Im Gegenteil: Die Vorteile der Sitz-Steh-Tische sind wissenschaftlich belegt. Langzeitstudien sprechen ebenso wie persönliche Erfahrungsberichte von aktiven Nutzern klar für Sitz-Steh-Tische.

Die höhenverstellbaren Tische sind in der Anschaffung nicht teurer als herkömmliche ergonomische Tische und sollten nicht nur deswegen Teil jeder modernen Büroausstattung sein.

Wer nicht komplett auf höhenverstellbare Tische umstellen will, kann es vorerst auch nur mit einem Tisch versuchen. Wie intensiv dieser höhenverstellbare Tisch von den Angestellten genutzt wird, kann Rückschlüsse darauf geben, wie groß die Nachfrage in der Praxis tatsächlich ist.

Weiterführende Literatur:

https://bjgp.org/content/66/646/258
https://edition.cnn.com/2017/09/11/health/sitting-increases-risk-of-death-study/index.html
https://academic.oup.com/aje/advance-article-abstract/doi/10.1093/aje/kwy271/5245876?redirectedFrom=fulltext
https://www.emeraldinsight.com/doi/abs/10.1108/IJWHM-10-2017-0078
https://www.cdc.gov/pcd/issues/2012/11_0323.htm
https://newsnetwork.mayoclinic.org/discussion/standing-several-hours-a-day-could-help-you-lose-weight-mayo-clinic-research-finds/
https://www.ajpmonline.org/article/S0749-3797(13)00319-X/abstract


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